Unser Wunschtrainer für die RheinStars

26.05.2017

Bei den RheinStars hängt aktuell alles von der Verpflichtung des neue Headcoaches ab – wir hätten da einen Wunschtrainer.

Als die RheinStars vor wenigen Tagen nach Hürth zum Saison-Abschluss-Gespräch luden, waren viele Pressevertreter im Anschluss an das Gespräch enttäuscht. Grund für den eher dürftigen Informationsgehalt des Gesprächs (nächste Saison alle Spiele wieder in der LANXESS Arena, alle Spieler fühlten sich wohl in Köln) dürfte unter anderem die Abhängigkeit vom nächsten Headcoach sein.

Auch als Laie dürfte einem recht schnell klar sein, dass in einem solchen Sommer alles vom kommenden Coach abhängig ist: Welche Spieler sollen gehalten werden? Wer aus dem eigenen Nachwuchs könnte aufrücken? Welcher Spieler der #FutureFive sollen bleiben? Welches System will der Coach spielen? Braucht er große Spieler oder spielt er eher Small-Ball?

Dem Vernehmen nach sind bei den RheinStars wohl rund fünf Trainer in der engeren Auswahl – unter anderem auch Matt Dodson, der das Team gemeinsam mit JJ Strasser nach der Entlassung von Arne Woltmann noch in die Playoffs geführt hat und schon Stallgeruch hat – hat er doch zuvor schon die NBBL der RheinStars trainiert und kennt jedes Gesicht im Verein und der Organisation.

Schaut man sich an, welches Coaches in Deutschland aktuell ohne Beschäftigung (als Trainer) sind, fallen einem drei Hochkaräter sofort ins Auge: Stefan Koch, Michael Koch und Denis Wucherer. Die beiden Koch-Brüder kennen sich in NRW bereits aus, war doch Michael schon in Bonn tätig bevor er 2014 – 2016 in Bayreuth an der Seitenlinie stand. Unbestritten ist der Basketball-Sachverstand der beiden Brüder, zumal Michael auch noch 140facher deutscher Nationalspieler war und sein Bruder uns als Telekom Basketball Kommentator Woche für Woche unaufgeregt die Spiele der BBL kommentiert und analysiert.

Auch Denis Wucherer kennt sich in NRW, genauer sogar im Rheinland, bestens aus. Spielte er von 2002 bis 2005 bei Bayer Leverkusen und trainierte von 2008 bis 2009 die NBBL der Leverkusener. Seit 2013 war Wucherer in Gießen als Coach tätig und da hauptsächlich am Aufschwung des damaligen BBL-Absteiger beteiligt.

Bereits in seiner ersten Saison führte er Gießen in der ProA auf Platz 4 der Tabelle, was die Playoff-Teilnahme und die Hoffnung auf einen direkten Wiederaufstieg bedeutete. Nach einem knappen 3:2 gegen Jena war im Halbfinale jedoch gegen den späteren Meister Göttingen Schluss.

In seiner zweiten Saison als Headcoach gelang Wucherer dann mit verändertem Kader Platz 3 in der regulären Saison bevor es in den Playoffs nach einem 3:0 gegen Heidelberg im Halbfinale gegen Nürnberg ebenfalls zu einem Sweep kam. Zur Krönung der Saison gab es dann noch den Finalsieg gegen Würzburg und somit die Meisterschaft.

Auch in der BBL konnte Wucherer anschließend erfolgreich arbeiten. In der ersten Saison nach dem Aufstieg wurden die Playoffs nur knapp verpasst. Platz 9 hinter Mit-Aufsteiger Würzburg bedeutete das vorzeitige Saisonende. Auch in dieser Saison erreicht Wucherer mit seinem Team einen guten Platz 9. Zugleich gab Wucherer bekannt, dass er sich entschieden hat, seinen auslaufenden Vertrag in Gießen nicht zu verlängern, Gießen verpflichtete daraufhin den Ex-Hagen Coach Ingo Freyer.

Zugegeben, ihr merkt bereits an dieser Stelle, dass Denis Wucherer als Headcoach schon verdammt erfolgreich war. Wenn wir dazu noch aufführen, dass er 123 Spiele für die Nationalmannschaft absolviert hat, 2005 bei der Europameisterschaft zusammen mit unseren Jungs Vizemeister wurde und gemeinsam mit einem gewissen Dirk Bauermann auch für die Nationalmannschaft gearbeitet hat und den Aufstieg des FC Bayern München Basketball als Co-Trainer mit zu verantworten hatte, dürfte wohl jedem klar sein, was für ein Kaliber Denis Wucherer als Coach sein muss.

Für Kölner Basketball Fans eher schmerzhaft ist dann auch noch die Gewissheit, dass Wucherer weiß, wie man in Köln gewinnt. Hat er doch mit Leverkusen als aktiver Spieler nur einmal in Köln verloren (23. März 2005 87:72 für Köln) und sonst alle BBL Spiele mit Leverkusen gegen Köln gewinnen können.

Neben all seinen Erfolgen als Trainer besticht Wucherer zudem durch sein persönliches Auftreten und genoss überall, wo er gearbeitet hat, hohe Sympathiewerte. Wir haben ihn selbst zu ProA Zeiten bei seiner Rückkehr nach Leverkusen erlebt, wo die heimischen Fans noch immer nur Gutes über ihn erzählten.

Auch wenn sich aktuell Gerüchte rund um ein Engagement Wucherers bei ALBA Berlin ranken: Träumen darf man ja noch und manchmal erfüllt einem der Weihnachtsmann schon im Sommer die kühnsten Wünsche.

Klar dürfte sein, dass die RheinStars diesen Sommer bei der Spielerauswahl und schon gar nicht bei der Trainerauswahl danebengreifen dürfen. Nach der ernüchternden letzten Saison braucht man ein erfolgreiches und attraktives Team, um die Basketball-Fans in Köln endlich in hoher, viertstelliger Anzahl in die LANXESS arena zu locken.